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Das Technikum für...

Zuwendungszweck

Mit der Einführung eines "Technikums" will die Bundesregierung das Interesse für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge steigern, die Informations- und Motivationsbasis stärken und mittelfristig dazu beitragen, Maßnahmen zu entwickeln, welche die Studienabbruchquoten senken können. Durch das Vorhaben sollen junge Menschen in der entscheidenden Berufsorientierungsphase in außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder Unternehmen (im Folgenden "Betriebe" genannt) Berufs- und Praxisbezug erwerben sowie ihre persönlichen Neigungen und Fähigkeiten kennen und vertiefen lernen.

Das "Technikum" verschafft jungen Menschen einen Zugewinn an persönlicher Autonomie, indem sie in ihrer beruflichen Orientierungsphase Eindrücke typischer MINT-Berufe und -Studiengänge gewinnen sowie die wissenschaftliche Arbeit an einer Hochschule kennenlernen können. Damit werden ihre Startbedingungen für Studium und Beruf deutlich verbessert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvieren ein mehrmonatiges Berufsorientierungspraktikum direkt in den Betrieben. Sie werden dort fachlich angeleitet und individuell betreut und erhalten eine angemessene Praktikumsvergütung. Darüber hinaus wird ein übergreifender Rahmen bereitgestellt, zu dem ein pädagogisches Begleitprogramm gehört (siehe unten).

Dabei sollen insbesondere junge Frauen angesprochen werden, die bisher in den technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen noch unterrepräsentiert sind. Trotz hervorragender schulischer Qualifikationen nehmen studienberechtigte Frauen seltener als Männer ein Studium im MINT-Bereich auf: Das "Technikum" soll dazu beitragen, junge Frauen mit Interesse an Technik und Naturwissenschaft für ein MINT-Studium gewinnen.

Das "Technikum" wird in registrierten Betrieben und ihren regionalen Partnern, wie den Hochschulen, angeboten. Dabei ist im Betrieb eine einführende Phase von zwei Monaten vorgesehen sowie mindestens eine projektbezogene Phase von geringstenfalls drei Monaten Dauer. Darüber hinaus sind weitere projektbezogene Phasen bis zu einer maximalen Gesamtdauer des "Technikums" von 8 Monaten möglich. Im Rahmen projektbezogener Phasen erstellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Praktikumsarbeiten, die eine aus dem Betrieb und dem Umfeld der Hochschule gewählte Fragestellung behandeln. Die Fragestellung wird - ausgehend von den persönlichen Neigungen - mit der Praktikantin bzw. dem Praktikanten während der einführenden Phase gemeinsam entwickelt.

Die weitere individuelle Ausgestaltung und Durchführung der Praktika liegt in Händen der Betriebe und ihrer Partner.

Für das "Technikum" werden bundesweit begleitende und unterstützende Maßnahmen bereitgestellt:

Beratung und Unterstützung der registrierten Betriebe

Im Mittelpunkt steht hierbei die Organisation der regionalen Kooperation von Betrieben mit Hochschulen - insbesondere für kleinere Unternehmen in strukturschwachen Räumen, die Ausgestaltung und Durchführung der Praktika im Betrieb sowie die Ansprache spezifischer, technikinteressierter Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Zur Unterstützung werden hierzu u.a. Arbeitshilfen bereitgestellt, gelungene Beispiele dokumentiert und Schulungen angeboten.

Überregionales, pädagogisches Begleitprogramm

Das Begleitprogramm für die Praktikantinnen und Praktikanten besteht aus Veranstaltungen und webbasierten Angeboten. So findet u.a. eine Vorbereitung auf mögliche Aufgaben und Einsatzfelder während des Praktikums statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zudem bei der Studienwahl- und Berufsorientierung unterstützt und im technisch-naturwissenschaftlichen Verständnis trainiert. Sie erhalten Zugang zu einer webbasierten Lernplattform, über die sie sich präsentieren, vernetzen und austauschen sowie branchenspezifische Trainingseinheiten und Eignungstests absolvieren können und weiterführende Informationen erhalten (u.a. durch etablierte Angebote der Arbeitgeber).

Innerhalb der einführenden Phase ist eine einwöchige Einführungsveranstaltung, u.a. mit Kompetenzmessung, vorgesehen; innerhalb der projektbezogenen Phase sind Seminare zu "MINT-Themen" und zur Studiengangwahl sowie eine "Projektgala" geplant. Das pädagogische Begleitprogramm wird regional organisiert und angeboten.

Die Ausschreibung zum pädagogischen Begleitprogramm ist nicht Bestandteil dieser Bekanntmachung.

Dokumentation der individuellen Entwicklung

Die Praktikantinnen und Praktikanten ermitteln und dokumentieren - mit Unterstützung - die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen mit Hilfe des ProfilPASSes. Am Ende des Praktikums erhalten sie ein Zeugnis.

Unterstützung bei der Vermittlung

Hierfür wird eine Internetplattform mit Praktikastellendatenbank und weiteren Informationen bereitgestellt. Die Datenbank enthält alle registrierten Betriebe, die ein Praktikum im Rahmen des "Technikums" anbieten. Die Betriebe stellen sich vor (u.a. Branche, Struktur, ihre Bezüge zu MINT-Studienfächern), beschreiben ihr Angebot und nennen mögliche Praktikazeiträume bzw.  offene Praktikastellen, auf denen eine Bewerbung möglich ist. Neben einem öffentlichen, für alle zugänglichen Informationsbereich bietet das Portal angemeldeten Benutzerinnen und Benutzern je nach ihrer Rollenzugehörigkeit weitere Informationen und Funktionen.

Die Vermittlung von Praktikastellen wird im Weiteren durch eine Hotline unterstützt.

Das "Technikum" bietet den Betrieben u.a. die Möglichkeit, gesellschaftspolitische Verantwortung zur Minderung des Fachkräftemangels zu übernehmen, realistische Eindrücke aus dem Berufsalltag zu vermitteln und ihre Bekanntheit in der Region zu erhöhen. Überdies besteht die Chance, potentielle Nachwuchskräfte zu fördern und sowohl für den eigenen Betrieb als auch die Branche zu begeistern.

Den Hochschulen verschafft es u.a. die Möglichkeit, ihr Marketing in der Region auszuweiten und interessierte, motivierte Studentinnen bzw. Studenten mit klaren Vorstellungen zu gewinnen. Darüber hinaus besteht die Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu systematisieren und berufsorientierende Aktivitäten zu verstärken.